So ticken Arbeitgeber wirklich

Vergessen Sie Ihr Fachwissen: So verkaufen Sie sich wirklich als Bewerber

Bei der Jobsuche ist es das wichtigste, dass sich die Bewerber gut verkaufen.
Eine Analyse von Stellenanzeigen zeigt, worauf Arbeitgeber heutzutage am meisten achten. Es zeigt sich: Die Qualifikation ist nicht das Wichtigste.

Jeden Tag flattern den Personalchefs in Deutschland tausende Bewerbungen auf den Schreibtisch. Viele landen direkt im Papierkorb.
Wie erhöhen Bewerber ihre Chancen, dass Ihnen das nicht passiert?

Stellenanzeigen gründlich lesen

Eine Studie der Job-Suchmaschine A­dzuna.de erklärt eine mögliche Strategie. Die Methode ist überraschend simpel: Man sollte schlichtweg die Stellenanzeigen gründlicher lesen und seine Bewerbung exakt darauf optimieren.

„Die Studie liefert wichtige Hinweise darauf, wonach Arbeitgeber momentan in verschiedenen Branchen und Ländern suchen. Dieses Wissen ist besonders hilfreich für Bewerber, da es ihnen helfen kann, sich in ihren Bewerbungen vorteilhaft zu präsentieren“, sagt Matthias Lissner, Deutschland-Manager von Adzuna.

Umfassende Analyse

Die neue Analyse untersuchte mehr als zwei Millionen Stellenanzeigen in elf verschiedenen Ländern auf die Begriffe, welche am häufigsten genannt werden. Die Begriffe wurden schließlich in vier Kategorien eingeteilt:

  • Erfahrung und fachliche Kenntnisse
  • zwischenmenschliche Fähigkeiten
  • Charaktereigenschaften
  • Qualifikation

Soft Skills sind wichtiger als Fachwissen

Das überraschende Ergebnis: Deutsche Arbeitgeber richten ihr Augenmerk verstärkt auf die Soft Skills. Nur ein minimaler Anteil an Anzeigen erwähnten den Begriff „Fachwissen“ – lediglich 1,6 Prozent aller Anzeigen forderten den als Nachweis für fachliche Kenntnisse in der Stellenanzeige.

Generell kommen Begriffe wie „dynamisch“, „teamfähig“ und „innovativ“ deutlich häufiger vor als „qualifiziert“.

Bewerber sollten Charakter zeigen

Wichtiger als alles andere ist deutschen Arbeitgebern der Charakter des potenziellen neuen Mitarbeiters: Beinahe die Hälfte aller untersuchten Stellenangebote verlangt nach bestimmten Charaktereigenschaften wie zum Beispiel Selbstvertrauen und Durchsetzungsfähigkeit.

Weniger gefragt sind unter den Arbeitgeber „neue“ Qualifikationen wie der Umgang mit Sozialen Medien und Kenntnisse in Suchmaschinenoptimierung.

Das ist in anderen Ländern gefragt

Im internationalen Vergleich weist Deutschland damit eine deutlich geringere Ausrichtung auf fachliche Kenntnisse auf als andere Länder. So finden sich in Russland und Brasilien unter den Top 10 der am häufigsten verwendeten Begriffe gleich 8 mit Bezug auf die Qualifikation. Zum Vergleich: In Deutschland sind es lediglich 2.

Bei näheren Nachbarn wie Großbritannien sollten Bewerber vor allem Ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten präsentieren: Diese machen im Vereinten Königreich sieben der Top-10-Begriffe aus.

 

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